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Liebe Redaktion (?)
Toll, was Sie da wieder gedruckt haben... Haben Sie sich überhaupt einmal durchgelesen, was Autor Henning Henningsen über das aktuelle Thema gesagt hat? Das darf doch wohl nicht wahr sein! So was in einer Ihrer solchen Zeitungen! Ich muß sagen: Ich bin wirklich überrascht. Ich überlege mir ernsthaft, ob ich Ihr Blatt weiterhin abonnieren sollte oder lieber doch nicht. Bitte benutzen Sie diese Reaktion zur redaktionellen Selbsterkenntnis.
Ihr mit freundlichem Gruß Noch-Leser Heinz Bettgestell, Kiel
Betr.: Der Lack ist ab die Stadtoberen müssen Farbe bekennen, 12.12.1995:
Mit Freude und Interesse habe ich Ihren interessanten Bericht zur niederschmetternden Lage der Bäume in unserer Stadt verfolgt. Jetzt, wo von den Bäumen nach den üblichen zehn Jahren die grüne Lackfarbe abblättert, ist es wirklich dringend an der Zeit geboten, das heruntergekommene Stadtbild Pottrops wieder auf Vordermann zu bringen. Mein Vorschlag zur Güte: Statt des üblichen Tannengrüns, an dem wir uns mittlerweile zur Genüge sattgesehen haben, ist meines Erachtens nun wieder einmal ein frisch klerikales Dotterviolett angebracht. Gerade angesichts der Tatsache, daß Pottropia im 11. Jahrhundert v.Chr. Bischofssitz der südnilischen Diahöh war. Das muß auch allen unseren Touristen in die Augen springen. Ich werfe gerne den ersten Farbbeutel in die Waagschale.
Else Vonner-Elbe, Wischmahinten
Gegendarstellung: Keine Sonne am 5. Mai
Lange schon trage ich ein geblümtes Kleid und eine schlimme Sorge mit mir herum. Neulich fiel mir die letzte Ausgabe Ihrer Zeitung, die ich mir gekauft habe, in die Hände, und sofort wurde all der Ärger wieder in mir wach, den ich damals nur mit Mühe runtergeschluckt habe. Es entspricht einfach nicht der Wahrheit, was Sie damals über das aktuelle Wetter vom 5.5.1912 vorausgesagt hatten. Weder war es sonnig, mit leichten Windböen, hie und dort angelegentlich Nieselpriem. Ich weiß noch, als wär es gestern: ich hatte mich gutgläubig in mein bestes Sonntagskleid gezwängt und ging froher Dinge blindvertrauend hinaus in die Ohnmichstraße 5, um eine Kanne Milches zu erstehen. Wer hätte gedacht, daß es kurz darauf in wahren Sturzbächen vom Himmel prasseln sollte. In meiner ahnungslosen Unschuld flüchtete ich vor diesem Regensturm in eine nahegelegene Überlandkutsche, anläßlich derer ich mich in den ansitzenden Kutscherssohn verliebelte.
Mein Schicksal wollte es, daß er ausgerechnet aus Nowosibirsk in Sibirien stammte und mich kurzerhand heimführte. Dort mußte ich ihn heiraten, 80 Jahre mit ihm an seiner Seite verbringen, bis ich mich schließlich freigespart hatte, so daß ich gestern früh mit der Retourkutsche wieder im Deutschen Reich eintraf. Das erste, was ich machte, war mir ein neues geblümtes (und diesmal gefüttertes) Kleid zu kaufen und Ihre Zeitung abzubestellen. Wie kann es angehen, daß Sie solche Propagandalügen über das Wetter unzensiert veröffentlichen können? Wollten Sie damit den Feind täuschen? Gucken Sie doch nächstes Mal bitte vorher aus dem Fenster.
Mit hochverehrungsvollem Gruß, Ihre
Ilse Bogdanova (geb. Bock...)
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Kölnisch-Wasser (dpa) Ganz toll Ihre Sportseite, das Feuilleton und die Leserbriefe. Vermißt habe ich ausführliche Informationen. Die Abwassergebühren sollten auch mal wieder gesenkt werden.
Heinz K. Schuppke, Lünenfeld-Höldenstein ob der Mar
Betreff: Ihre super Zeitung!
Wow! Mit der Ausgabe zum letzten Sonntag ist Ihnen wieder einmal ein überragender Wurf an journalistischem Feinsinn, analytischer Spürgnade und kompromißlosen Zupacken und Angreifen gelungen. Aus der Fülle der ansprechenden Beispielsartikel für solide Handwerkskunst greife ich nur folgendes Bemerkenswertum heraus: Hoch am Sommer, als es derweil in allen Führungsetagen (Weber) kariolte, ging derum Lauf entmaschend zurück. Selten wurde Sachlichkeit derartig dargestellt. Ich kaufte das angepriesene Aktienpaket und war am nächsten Tag pleite. Danke, danke, danke.
Die Redaktion
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Aus aktuellem Anlaß schickte uns unser
treuester Stammleser P.S. dieses Selbstbildnis.
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Betr.: Fehler in Wärme ist Leben
Zugegeben, Tipppfeler unterlaufen uns ja allen mal dann und wann hin und wieder. Letztes Wochenende habe ich beispielsweise im 5. Rennen auf Sieg von Hugo von der Notte gesetzt, aber es hat nur für einen Platz gereicht. Geld adé. Aber daß sich in No News Today Fehler einschleichen, trifft mich doch schwer ins ebensolche. Nehmen wir nur die Leserbriefseite, 2. Spalte, Brief von M. Eukal, in dem das Wort Tibbvehler gleich zwei- bis viuermal falsch geschrieben wurde. Dieses verdunkelt den Sinn der Aussagen unnötig und erhöht die Schwierigkeiten beim Lesen. Muß das denn sein? Ham Sie kein Korrektohr? Punkte verteile...n Sie übrigens. auch sehr üp.p.i.g. und zufällig. Das paßt mir nicht in den selben. Anbei eine Flasche nichtdeckenden Tipp-Exes, das Ihnen über die ersten Tage hinweghelfen müßte.
M. Eukal, Bayerisch-Gewürgsbach
Betrifft: Konzert der Gruppe Pur
Ich wollt mich noch mal dafür bedanken, daß das Muzak-Spektakel der fünf Billig-Bietigheimer ausgefallen ist. So lob ichs mir.
Jupp Heidi Witzka, Rumbrumbole
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