Zur Startseite Über uns Satiren / Einzeltexte Schiefe Briefe Links Gästebuch Impressum

Titelseite

Kultur

Medien

Wissenschaft

Aktuelles

Technik


   Das ideale Auto
   Öltest
   Einwegautos
   Der neue Puna 17 gtj
   Das neue Losedows
   New Software

Politik

Unterhaltung

Lokales & Sport

Wirtschaft

Leserecke

No News Today - die einzig wahre Zeitung!

      Das ideale Auto      

Gesindelfingen (anzu) – Die Brüsselsheimer Automobilfabriken haben nach jahrelangen, millionenteuren Forschungen das perfekte Auto entwickelt.
     
Die Ergebnisse des BAT-Freizeitforschungsinstituts unter Leitung von Prof. Opaschowski (Focus 30/95) haben dazu geführt, so ein Firmensprecher, daß sich sogar bis in die Chefetage das Motto „Kundenwünsche ernstnehmen” herumgesprochen hat. Nach der repräsentativen BAT-Umfrage macht den Befragten beim Autofahren am meisten Spaß:
• Einfach durch die Gegend fahren (34%)
• Das Gefühl der Freiheit (33%)
• Gefühl der Sicherheit (25%)
• Schneller als die anderen sein (21%)
• Schöne Landschaften (19%)
• Freie Fahrt auf guten Straßen (15%)
• Geschwindigkeit (15%)
• Gute Musik (13%)
• Geselligkeit durch Mitfahrer (12%)
• Komfortable Innenausstattung (10%)
• Auf kurvenreicher Strecke austoben (9%)
• Technische Finessen (Automatik, Elektronik u.a. 6%)
(Anm.: Bei dem Umfrageergebnis handelt es sich tatsächlich um ein reales Forschungsergebnis und keine Erfindung von uns!)
     Der brillante Leitgedanke der Brüsselsheimer Ingenieure bestand darin, daß sich ein Auto besonders gut verkaufen lassen müsse, das all diese Kriterien in vorbildlicher Weise erfüllt.
     Der erste Serienprototyp des Unternehmens, der „Carossa Testarossa 1040stf”, hat nun alles, was die Freude am Fahren ausmacht, erläuterte der Chefentwickler Hans Frans gegenüber unserem Reporter.
     „Der Carossa eignet sich hervorragend zum einfach durch die Gegend fahren: jeden 3. Kilometer blockiert die Elektronik die Lenkung total, so daß der Wagen wahllos durch die Landschaft gondelt. Auch das Gefühl der Freiheit stellt sicht automatisch ein, denn wir haben auf sichtbehinderndes Beiwerk wie Außenkarosserie, Dach und Scheiben konsequent verzichtet. Die Sitze sind dafür um so gemütlicher.
     Natürlich steht die Sicherheit bei uns zu einem Viertel an erster Stelle – der Fahrer wird bei Fahrtantritt in einem luftdichten Stahlsarkophag eingelassen, der ihn in dem berechtigten Gefühl totaler Sicherheit wiegt.
     Die Geschwindigkeit ist ein weiteres unserer Hauptanliegen. Da der Stahlsarg ordentlich ins Gewicht fällt, blieb unseren Konstrukteuren zur Sicherung des Tempovorteils vor den anderen nur die Möglichkeit, die anderen Mitraser langsamer zu machen. Dies geschieht durch ein ausgeklügeltes System aus Stahlnägeln, Motorblockern und Fernlenkraketen. Meist genügt das schon. In Notfällen steht unser Notdienst bereit, mit einem Hubschrauber zu Gunsten unseres Kunden ins Duell einzugreifen.
     Schöne Landschaften haben wir haufenweise zu bieten. Fast schon postkartenkitschig schön sind die zahlreichen Postkarten von den liebreizerzeugendsten Gegenden der Welt, die wir im Inneren des Stahlanzugs festgeschweißt haben, damit der Insasse immer etwas Schönes zu sehen hat.

     Ein weiterer Pluspunkt unseres attraktiven Wagens ist die freie Fahrt auf guten Straßen, die immer dann stattfindet, wenn die verwendeten Verkehrswege gut sind und die Fahrt nicht übermäßig behindert wird. Besonders frei wird’s, wenn der Fahrer die berüchtigte «Smartbomb», eine modifizierte Neutronenbombe im Taschenformat, einsetzt, die alles Nichtstraßige im Umkreis von 20.000 km atomisiert.
     Um für Geschwindigkeit zu sorgen, verfügt der Carossa sogar über einen Mehrtakt-getriebenen Motor, sowie über die fahrüblichen Eigenschaften.
     Das größte Problem bereitete uns zugegebenermaßen die serienmäßige «gute Musik», da es diese so absolut bekanntlich nicht gibt. Deswegen wird gleich beim Kauf der Lieblingssong des Käufers erfragt und fest in seinen Kopfhörern verdrahtet.
     Gesellig wird unser Automobil durch die technische Errungenschaft «CenterSpeak». Nur der Fahrer sitzt ja in seinem Fahrsarg, alle anderen Mitfahrer klammern sich beherzt an die Sitze. In den Sarkophag passen maximal fünf Sprechrohre aus Massivstahl, die in den Sicherheitskokon gesteckt werden und die Geselligkeit zwischen Jung und Alt zu 12% garantieren.
     Plüschlenkrad, Seidenkimono, Samtaschenbecher und Nylonpedale sorgen für eine komfortable Innenausstattung der anderen Art. Auf Wunsch alles auch in Halbeiche.


     Die ausgeklügelte Innenmechanik des Interieurs hat genauso wie der Bordcomputer sämtliche renommierten Bordelle als Fixpunkte gespeichert, und steuert sie für 9% der Fahrer zielstrebig an, damit diese sich auf kurvenreicher Strecke austoben können.
     Am meisten Spaß hat uns das Ausknobeln der technischen Finessen bereitet. Jeder Carossa verfügt über einen vollintegrierten, nagelalten Atari-ST-Computer mit einem abgespeckten Global Positioning System: Während der Fahrt muß der Fahrer ständig mit der Maus auf dem Bildschirm seine aktuelle Position erraten. Gelingt ihm dies, so darf er aussteigen. Alle hundert Mal bekommt er ein Bonusspiel. Ein elektronischer Quarklöffelsenker rundet das Bild auf einzig artige Weise ab.”


Heute: Öl

Der Markt für Motor- und Autoöle ist wieder einmal in zähflüssige Bewegung geraten, seit MeShell, Texas und Fatal ihre Neuentwicklungen mit Formel T + 900000 unter die Räder bringen. Dieses nehmen wir zum Anlaß, einmal Licht ins Dunkelschwarz der Motorölszene zu bringen. Wir unterzogen die drei Anwärter unserem modifizierten Standardtest, um das Verhalten im Dauerbetrieb zu erkunden.

1. Viskosität: Alle drei Öle erwiesen sich als äußerst zäh, kohärent und konsistent hinsichtlich ihrer Zusammensetzung. Das erstaunt umso mehr, als man erwarten sollte, daß so unterschiedliche Produkte von so unterschiedlichen Firmen völlig heterogene Eigenschaften aufweisen sollten.

2. Glucosität: Erfreulicherweise halten sich die meisten Hersteller an die Richtlinien der Freiwilligen Selbstkontrollstelle für Öl und Ölrückstände (FSÖ). Nur Fatal fiel durch den Zuckertest mit 0,3%/l. Hier besteht also nach wie vor die latente „Diabetes-Gefahr” für das Auto durch Zucker im Tank. Dies mag bei Renn- oder Kleinstwagen noch angehen; bei Dauerlangzeitreisen kann dies jedoch zum plötzlichen Motortod führen.

3. Fluppdizität: Wir ließen alle drei Probanden aus 500 Metern Höhe vom Dach unseres verlagseigenen Gebäudes fallen, um zu sehen, was gut ankommt und die Beschleunigungswerte zu mitteln. Leider versagten hier alle drei Öle kläglich: keins kam zurück. Die Reinigungsarbeiten dauern zur Stunde noch an.

4. Gnissigkeit: Der Sicherheitsfaktor war erstaunlich: besonders gut hat uns gefallen, wie schnell und zügig die drei Öle im Unfalle abfackelten und überwiegend rückstandsfrei verpufften. Bloß das Mega-Mix-Öl von Danosan hinterließ einen schmierigen Film. Er entpuppte sich als ungemein schlechte Thrillerposse mit Mork vom Ork.

5. Farbbeständigkeit: Einer der wichtigsten Tests für angehende Motoröle ist und bleibt nun mal der «1000 km Nonstop-Belastungstest nach Dr. Per Manent». Hier das Ergebnis für unsere drei Kandidaten:



6. Zitat: Unterm Strich bleibt uns nichts anderes übrig, als alle drei Öle gleichermaßen zu empfehlen. Für jeden Autoenthusiasten ein Muß.